
Das Hammerwerk Fridingen übernimmt neben fünf weiteren Unternehmen die Wegepatenschaft einer DonauWellen-Tour. Hier einige der Abzubis bei der wohlverdienten Pause beim Wegebau. © Hammerwerk Fridingen GmbH
Wege am Limit – neue Ideen aus dem Donaubergland
Wandern, Biken, Natur erleben – die Nachfrage wächst. Gleichzeitig geraten viele Regionen in Sachen „Wegeinfrastruktur im Outdoor-Tourismus“ zunehmend unter Druck: öffentliche Mittel werden knapper, das Ehrenamt verändert sich, die Anforderungen an die Qualität steigen. Die zentrale Frage lautet deshalb mehr denn je: Wie sichern wir unsere Wege in Zukunft? Beim Mountainbike-Kongress vom 16. bis 18. Juni in Aalen bringt die Donaubergland GmbH genau dieses Thema auf die Bühne. Geschäftsführer Walter Knittel diskutiert am 17. Juni in seinem Workshop „Vom Wandern lernen!“ mit den Teilnehmenden, wie und warum klassische Modelle an ihre Grenzen stoßen – und welche neuen Wege bereits funktionieren.
„Den Erhalt unserer Rad- und Wanderinfrastruktur sehe ich als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie ist die Grundlage für eine „Gesellschaft in Bewegung“. Und die Menschen müssen sich künftig mehr bewegen – aus den unterschiedlichsten Gründen“, so Knittel.
Besondere Kooperationen für gute Wege
Im Donaubergland setzt man seit mehr als zehn Jahren auf einen anderen Ansatz: Statt allein auf öffentliche Finanzierung zu vertrauen oder das Ehrenamt zu strapazieren, werden heimische Unternehmen aktiv in die Pflege und Sicherung der Wege eingebunden. Im Wegepatenmodell übernehmen sie Verantwortung für Wanderwege – und werden so Teil der regionalen Infrastruktursicherung. „Wir arbeiten im Donaubergland bewusst mit Unternehmen zusammen, um die Finanzierung und Pflege der Wege dauerhaft zu sichern“, erklärt Knittel. „Das geht weit über klassisches Sponsoring hinaus.“
So entwickelt die Donaubergland GmbH gemeinsam mit Unternehmen individuelle Konzepte für Mitarbeiterprogramme, Gesundheitsförderung oder Teambuilding und stärken gleichzeitig ihre Attraktivität als Arbeitgeber. „Es entsteht eine echte Identifikation – mit der Region, aber auch mit dem eigenen Unternehmen“, so Knittel weiter.
Entlastung für Kommunen, Qualität für Gäste
Auch die Kommunen und die ganze Region profitieren deutlich von diesem Modell. Durch die Kooperationen wird die öffentliche Hand ein Stück weit entlastet, während gleichzeitig die Qualität der Wege langfristig gesichert bleibt. „So schaffen wir die Voraussetzungen für eine hohe gesellschaftliche und touristische Akzeptanz der Wege“, betont Knittel. Für Nutzerinnen und Nutzer bedeutet das vor allem: verlässlich gepflegte Infrastruktur und ein hochwertiges Naturerlebnis – dauerhaft und stabil organisiert.

Donaubergland-Geschäftsführer Walter Knittel referiert beim neunten Mountainbike-Kongress in Aalen.
Modell mit Zukunft?
In Aalen steht nun die Frage im Raum, ob sich dieses Prinzip auch auf die Mountainbike-Infrastruktur übertragen lässt. Denn klar ist: Es geht längst nicht mehr nur um die Finanzierung, sondern um neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Tourismus, Wirtschaft, Gesellschaft und öffentlicher Hand. „Wenn wir Outdoor-Infrastruktur zukunftsfähig machen wollen, müssen wir Verantwortung breiter denken“, so Knittel.
Mit ihrer Erfahrung bringt die Donaubergland GmbH wichtige Impulse in die bundesweite Diskussion ein – und zeigt, wie regionale Modelle zum Vorbild werden können. Die Botschaft bleibt dabei klar: Wer Wege sichern will, muss neue gehen.
Infos und Tickets
Hier erhalten Sie weitere Infos über den Mountainbike-Kongress 2026 in Aalen.